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Europa-Urkunde 2013

Um den Globus mit Gesten und Gebärden

Die Sendener Lindenhofschule unterhält ein internationales Netzwerk. Dafür wurde sie nun ausgezeichnet

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Die Lindenhofschule ist auch im kenianischen Munyu aktiv – dort wird aktuell ein Programm umgesetzt, das Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen schaffen soll.

Sie haben Freunde in der Bretagne, flitzen in Innsbruck übers Eis und engagieren sich in Kenia: Für ihr internationales Engagement sind Schüler und Mitarbeiter der Lindenhofschule in Senden kürzlich, wie berichtet, mit der Europaurkunde ausgezeichnet worden. Eine Delegation aus Jugendlichen mit Behinderungen, Lehrern und Vertretern des Neu-Ulmer Landratsamts nahm die Ehre in München aus den Händen von Ministerin Beate Merk entgegen. „Es ist eine wichtige Anerkennung für viele Jahre der Kontaktpflege“, sagt Schulleiter Matthias Düffert. Auch die Schüler hätten den Festakt in der Landeshauptstadt genossen.

Seit 25 Jahren streckt die Lindenhofschule ihre Fühler nach Europa aus. „Der damalige Leiter fand, dass unsere Schüler das gleiche Recht auf Auslandskontakte haben, wie andere“, erklärt Düffert die Anfänge der Schulpartnerschaft mit Montfort-sur-Meu in der Bretagne. Dazu kamen in den vergangenen Jahren viele weitere Aktivitäten – „obwohl Schüler und Lehrer eigentlich genug um die Ohren haben“, so Düffert. Aber die internationalen Beziehungen lägen allen am Herzen.

Hier ein Überblick.

Frankreich: Die älteste Freundschaft unterhält die Lindenschofschule mit einer ähnlichen Einrichtung in der Bretagne, dem dortigen „Institut Medico Educatif“. Einmal pro Jahr besuchen sich die Schüler, mal kommen die Franzosen nach Senden, im Jahr darauf reisen die Schwaben nach Montfort-sur-Meu.

Auf dem Programm stehen dann Ausflüge und meist ein Zeltlager, so Düffert. Allgäu, Neuschwanstein und Ulmer Münster – die Region hat den Gästen viel zu bieten. Die Sprachbarriere bereite den Schülern keine großen Nöte. „Es gibt auf beiden Seiten Probleme mit der eigenen Sprache“, sagt Düffert. Deshalb verwendeten die Jugendlichen Gebärden oder Gesten – auch die haben zwar in Deutschland und Frankreich unterschiedliche Bedeutungen. „Aber die jungen Leute finden immer einen Weg“, weiß der Sendener Schulleiter.

Wenn Franzosen und Deutsche aufeinandertreffen sei man anfangs noch vorsichtig, aber beim Abschied flössen dann meist die Tränen. „Es verlieben sich eben manche ineinander, wie bei anderen Schülerbegegnungen auch“, so Düffert. Bereits Monate vor den Treffen herrsche reger Kontakt über E-Mail und Videotelefonie. Im Mittelpunkt des Austauschs stehe es, möglichst viel Zeit gemeinsam zu verbringen. „Dass ist intensiver, als einfach nur einmal aufs Münster zu steigen.“

Erhebliche Zuschüsse für das Austauschprogramm gibt es vom deutsch-französischen Jugendwerk. „Sonst würde das nicht funktionieren“, sagt Düffert.

Special Olympics: Mit flotten Kufen geht es einmal jährlich über die Eisbahnen – seit 2009 nimmt die Lindenhofschule an den Special Olympics teil. Nicht zu verwechseln mit den Paralympics richtet sich dieser sportliche Wettbewerb an Menschen mit geistigen Behinderungen. Inzwischen sind die Sendener Teil der Sportlerszene, die Wettkämpfe gleichen Familientreffen mit Freunden aus Österreich oder Holland. Die Lindenhofschule hat sich auf Eisschnelllauf spezialisiert. Mit der Heilpädagogin Waltraud Reiner hat die Einrichtung eine „leidenschaftliche Eisläuferin“ in ihren Reihen, sagt Düffert. „In einer weiteren Disziplin anzutreten, würden wir vom Aufwand her nicht schaffen.“

Kenia: Seit elf Jahren gibt es Kontakte nach Munyu in Kenia, wo sich der Weißenhorner Verein „Hilfe zur Selbsthilfe“ engagiert. Unter anderem sind ein Netz aus Wasserleitungen und Schulen entstanden, auch eine für Menschen mit Behinderungen. In Senden werden die Schmuckarbeiten der Kinder und jungen Leute aus dieser Einrichtung verkauft. Bislang eher im kleinen Stil: „Alles, was in einen Koffer passt, denn Container sind sehr teuer“, so Günther. Zwar würden in Kenia auch Belüftungssteine aus Beton produziert. „Aber da spielen die Fluggesellschaften nicht mit.“ Zusätzlich kochen die Lindenhofschüler Marmelade zugunsten des Munyu-Projekts. Damit sollen in Kenia spezielle Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap entstehen.

Die sind bislang noch Mangelware – weshalb die Schule sich vor Anmeldungen kaum retten kann: „Es gibt eben nichts im Anschluss“, erklärt Düffert. Mitarbeiter der Sendener Lindenhofschule beraten vor Ort beim Aufbau. Ein erster Schritt ist ein Wohnheim, in dem Menschen mit Behinderungen zusammen leben und in Gartenpflege ausgebildet werden. „Es ist schön zu sehen, dass sich etwas tut“, sagt der Sendener Schulleiter. Zwischen Afrikanern und Schwaben herrsche ein reger Austausch, sie schickten sich gegenseitig Zeichnungen und Präsente.

Bulgarien: Ein Anliegen der Lindenhofschule ist der Ausbau der Behindertenarbeit in Osteuropa. „Dort herrschen mitunter erschreckende Zustände“, sagt Düffert. Kürzlich war eine Delegation aus Bulgarien in Senden, um die Arbeit im Förderzentrum zu beobachten. Düffert: „Es gibt dort zwar auch Einrichtungen, aber die haben nicht das deutsche Niveau.“