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30 Jahre WiSS AG - Eine tolle Kooperation

Lindenhof- und Wirtschaftsschule betreiben seit 30 Jahren eine inklusive Arbeitsgemeinschaft. Das wird nun gefeiert.

Durch Begegnung Berührungsängste zwischen Jugendlichen mit und ohne Handicap abbauen: Das geschieht wöchentlich in einer Kooperation von Lindenhofschule und Wirtschaftsschule. Die „Lindenhof/WiSS-AG“ feiert kommende Woche ihr 30-jähriges Bestehen.

Die Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier am kommenden Dienstag laufen bei den 20 Teilnehmern der Arbeitsgemeinschaft (AG) bereits auf Hochtouren: Kuchen backen gehört dazu, denn die Kooperation der beiden benachbarten Schulen soll gebührend gefeiert werden. Schließlich haben seit 1989 bereits Hunderte von Schülern der WiSS und der Lindenhofschule im Rahmen der AG Zeit miteinander verbracht und dabei Vorurteile oder Ängste abgebaut.

LiWI 20AG

Jeden Dienstag treffen die Schüler sich

Jeden Dienstagnachmittag treffen sich die Schüler zur AG in der Wirtschaftsschule. Womit sie die eineinhalb Stunden verbringen, dürfen sie selbst bestimmen. „Meist sammeln wir am Jahresanfang Ideen“, erzählt Lehrer Johann Haller, der die AG an der Lindenhofschule bereits seit 18 Jahren betreut. Es sind keine Unterrichtslektionen, die die Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren bei diesen Treffen absolvieren, sondern Freizeitaktivitäten wie gemeinsame Spiele, Basteln, Sport oder kleine Ausflüge.

Bei solchen Aktionen können sich gesunde und behinderte Schüler auf Augenhöhe begegnen. „Wir Erwachsenen versuchen dabei, nur zu moderieren“, berichtet Lehrerin Susanne Rampp, die an der WiSS unterrichtet, und ergänzt: „Die AG ist auch für mich eine tolle Erfahrung.“

„Man hat in der AG eben Kontakt mit Leuten, die anders sind als wir“, erzählt WiSS-Schülerin Elaine, und Lindenhof-Schülerin Celin ergänzt: „Mir gefällt es, weil man hier schöne Sachen macht.“ Beeindruckt sind die Schüler auch von Besuchen in der jeweils anderen Schule, wo es offenbar doch sehr anders zugeht als in der eigenen.

Den Startschuss zu dieser Schulpartnerschaft gaben im Jahr 1989 die beiden Schulleiter. Schon zuvor hatte es im Rahmen zweier Schulfeste gegenseitige Kontakte gegeben. Im 14-tägigen Rhythmus trafen sich die Schüler während der ersten Jahre zu gemeinsamen Aktivitäten. „Arbeitsgemeinschaft Freizeitgestaltung mit geistig behinderten Kindern“ nannte sich die AG anfangs.

Das Thema Behinderung locker sehen

„Die Idee war früher schon dieselbe wie heute“, sagt Matthias Düffert, Leiter der Lindenhofschule. Es gehe vor allem darum, durch solche Kontakte die Inklusion von Menschen mit Behinderung vorzubereiten und „das Thema Behinderung einfach lockerer zu sehen“. Schließlich machten viele WiSS-Schüler in der AG ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit behinderten Menschen. Manche von ihnen haben in der AG ihr Interesse an der Arbeit im sozialen Bereich entdeckt, berichtet Düffert, und später etwa Praktika im Heilpädagogischen Zentrum der Lebenshilfe gemacht. Und er betont, dass sich beide Schulleitungen „freuen, wenn es noch lange weiter geht mit der AG“.

Die Kooperation hat sich bewährt – jedes Schuljahr finden sich neue Schüler, die die gemeinsame AG bilden wollen, derzeit sind es aus jeder Schule zehn Jungen und Mädchen. Mit der Zeit hat sich die Zusammenarbeit sogar in anderer Form fortgesetzt: Vor fünf Jahren gründete sich ein Eisschnelllauf-Team aus Schülern beider Schulen, das im Winter zusammen in der örtlichen Eislaufanlage trainiert und schon mehrfach an den „Special Olympic Wintergames“ teilgenommen hat.

Pünktlich zum Geburtstagsfest soll die AG übrigens einen neuen Namen bekommen: Die doch leicht kantige Bezeichnung „Lindenhof/WiSS-AG“ heißt künftig einfach „LiWi-AG“ – nach der Idee einer Schülerin.

NUZ, 9.5.2019